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kittyschatz
Beitrag 6.09.2009, 16:19
Beitrag #1


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Am Freitagabend ist meine Katze Kitty totgefahren worden. Es war ein ganz normaler Abend, ich kam nach Hause sie hat sich beschwert, wo ich denn gewesen wäre und wir haben geschmust und sie hat ein paar Leckerli bekommen, zuwenig natürlich, wie sie immer meinte. Nach dem Abendessen ist sie dann wie immer nach draussen gegangen und ich habe ferngesehen bis um acht Uhr und dann rief der Nachbar an, es liege eine schwarze Katze auf der Strasse... Und ich weiss noch daß ich dachte, die Leute ein paar Häuser weiter haben auch eine schwarze Katze und schämte mich dafür, aber natürlich bin ich rausgegangen und da lag sie in der Gosse, ganz schlaff und nass vom Regen...Ich habe sie hochgehoben, sie sah unverletzt aus, nur das Mäulchen war blutverschmiert und für einen Moment dachte ich, ich spüre ihr Herzchen schlagen, sie war noch ganz warm... Inzwischen weiss ich, daß sie mindestens eine Stunde da gelegen haben muss, vermutlich war sie sofort tot, nachdem das Auto sie erwischt hat. Ich hoffe es. Es ist zu furchtbar zu denken, sie lag da schwerverletzt und hat auf Hilfe gewartet...
Während ich sie noch im Arm hielt kam zu allem Überfluss noch ein Mann vom Ordnungsamt und sagte, er solle eine tote Katze aus dem Rinnstein entfernen, man habe ihn angerufen. Der Kerl hat ja nur seinen Job gemacht, aber in dem Moment hätte ich ihn am liebsten...So was von unsensibel habe ich noch nicht erlebt. Ich bin heilfroh, daß ich rechtzeitig da war um wenigstens diesen Abtransport zu verhindern, vielleicht hätte ich nie erfahren, was mit Kitty passiert ist.
Gestern haben wir sie im Garten begraben.
Und ich sitzte auf dem Sofa und weine und weine und kann nicht aufhören, weil mich alles an sie erinnert und ich an all die Dinge denke die wir sonst getan haben und nie wieder tun werden. Es ist so still. Kitty war eine ganz normale Hauskatze, schwarz mit einem weissen Stern auf der Brust, sehr gross für eine Katze, viele Leute dachten, sie sei ein Kater. Ein bisschen moppelig und inzwischen etwa neun Jahre alt, davon war sie sieben Jahre bei mir. Aber irgendwie hat sie mit dem Alter Siamgene in sich entdeckt, sie redete ausführlich über alles was ihr so widerfuhr oder was ihr nicht passte. Das ist natürlich nur meine Interpretation.
Sie war eine ausgesprochene Schmusekatze und konnte sich stundenlang streicheln lassen, allerdings setzte sie sich niemals auf den Schoss. Nur manchmal, zu ganz besonderen Gelegenheiten, ich fühlte mich immer sehr geehrt, wenn sich Ihre Majestät dazu herabliess.
Nie wieder. Nie wieder wird sie durch die Katzenklappe schießen und die Treppe heraufpoltern, laut schreiend nach Futter verlangen. Nie wieder in meinem Bett schlafen oder mich an der Toilettenbenutzung hindern, weil es auf dem Deckel doch so bequem ist. Nie wieder mich mitten in der Nacht mit Mäusen beglücken (lebendigen), oder auch mit einem Fisch aus Nachbars Gartenteich. Nie wieder ihren Kopf an meine Stirn stossen und schnurren wie eine Nähmaschine.
Sie war doch so clever, so altersweise und gescheit, warum musste nur in der Tempo 30 Zone in der wir leben genau in dem Moment ein Auto herfahren, als sie die Strasse überquerte... Vermutlich konnte der Fahrer nicht mal etwas dafür, sie schoss manchmal so unüberlegt los, wenn sie etwas sah...Aber anklingeln und fragen hätte der Fahrer können, es war fast vor unserer Haustür...
Freitag war ein ganz normaler Tag, bis um acht Uhr der Himmel einstürzte... und seitdem weine ich fast ununterbrochen. Morgen muss ich wieder arbeiten, einerseits bin ich froh, dass ich aus der Wohnung komme wo mich alles an Kitty erinnert, andererseits fürchte ich mich vor dem Büro. Und davor, daß ich es erzähle und jemand sagt, "war doch nur eine Katze". War sie eben nicht. Sie war meine Lebensgefährtin und meine Freundin und ich bin froh und dankbar für die Zeit, die wir miteinander verbracht haben. Ich wünschte nur, es hätte noch etwas länger sein können...


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kittyschatz
Beitrag 6.09.2009, 23:33
Beitrag #2


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Ich kann nicht schlafen. Ich kann nicht essen. Und im Moment habe ich noch nicht mal mehr Tränen.
Erst jetzt merke ich wie viel Zeit ich mit Kitty verbracht habe, wie sehr sie ihr Leben mit meinem verflochten hat. Mir fehlen all die Dinge, die im Laufe der Jahre normal geworden sind, einfach zum Alltag gehörten. Sie schläft nicht in meinem Bett. Morgen, nein heute wird sie mich nicht eine Stunde vor dem Wecker wecken, weil sie Frühstück möchte. Das Frühstück wird sie nicht laut schreiend verlangen, um es dann naserümpfend als unzulänglich abzulehnen, aber es dann doch zu essen. Sie wird nicht warten bis ich mein Müsli gegessen habe um dann die Schüssel auszuschlecken. Wenn ich zur Arbeit fahre wird sie nicht noch ein letztes Leckerli erbetteln. Wenn ich wiederkomme wird sie nicht dasein um mich vorwurftsvoll zu begrüßen, weil ich sie ja stundenlang alleine nur in Gesellschaft meiner Mutter (wir wohnen im gleichen Haus) und meiner anderen Katze Rosa gelassen habe. Abends zum Abendessen wird sie nicht dasein. Wenn wir Nachrichten gucken wird es keinen Kampf um den besten Platz auf dem Sofa geben. Wenn ich schlafengehe wird sie nicht dasein um ihr abendliches Zahnputz-Leckerli zu verlangen.
Rosa ist da, aber sie ist sehr viel zurückhaltender als Kitty, längst nicht so präsent wie sie und von ganz anderem Charakter. Natürlich bin ich froh, daß ich sie habe und will sie auf keinen Fall verlieren, aber sie steht mir einfach nicht so nahe, auch wenn sie im Moment warm auf meinem Schoss liegt und mich tröstet. Vielleicht wachsen wir ja jetzt mehr zusammen.
Und ständig muss ich daran denken, wie lange Kitty da einsam im Regen lag und ich hoffe und bete zu dem Gott, an den ich eigentlich gar nicht glaube, daß sie sofort tot war und nicht noch eine Stunde lang gelitten hat. Ich habe nichts gehört, nichts gespürt, hätte ich es nicht irgendwie wissen müssen?! Ich grüble darüber nach, ob ich etwas hätte anders machen können, aber sie war nun mal eine Freigängerin und hätte sich auch nicht einsperren lassen, wieso auch, es war doch ein ganz normaler Tag.
Immerhin heule ich jetzt wieder. Ich habe heute, nein gestern, viel über Trauerstadien gelesen und denke ich bin jetzt in der Depressions-phase. Es hilft sehr, das hier zu schreiben und all die Beiträge von den anderen Mitgliedern zu lesen, denen es genauso geht wie mir.
Ich werde jetzt in mein kaltes Bett gehen. Vielleicht kommt Rosa ja mit (Kitty hat sich dieses Recht immer vorbehalten und es energisch verteidigt), und ich kann schlafen.
Gute Nacht.


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Lazara
Beitrag 7.09.2009, 08:32
Beitrag #3


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Hallo Kittyschatz,
ich habe soeben deine Zeilen gelesen und jetzt sitze ich hier, den Tränen nahe. Zum einen, weil mir die kleine Kitty so leid tut und zum anderen, weil ich genau weiß, was du gerade empfindest. Bei mir ist dieser Tag nun schon über drei Jahre her, meine Kleine wurde zwar nicht überfahren, aber auch ich mach mir heute noch Vorwürfe, das ich nicht bei ihr war, als "es" passierte. Viel Trost habe ich in Büchern gefunden, die ich damals massenhaft gelesen habe, Trauerbücher, die es einem ein wenig leichter machen, daran zu glauben, das es ihnen jetzt gut geht, wo immer sie auch sind.
Weißt du, heute habe ich Geburtstag, aber es ist ein Tag, vor dem mir richtig gegraut hat. Vor fünf Jahren habe ich genau an diesem Tag meine Lilith bekommen, es war so schön, der glücklichste Tag meines Lebens, als sie so auf mich zugewankt kam, zielstrebig und tappsig... Und dann wurde auch an meinem Geburtstag die Katze meiner Mutter vor vier Jahren überfahren, ich fand sie, als ich in aller Herrgottsfrühe in die Arbeit fuhr. Seitdem verbinde ich mit diesem Tag nur grenzenlose Freude, von der ich aber weiß, das ich sie nie wieder haben werde und Trauer wegen des Verlustes unserer Frieda. Seitdem kann mir die ganze Feierei gestohlen bleiben und ich finde es schrecklich, vor den anderen ein lustiges Gesicht aufzusetzen und so zu tun, als wäre alles in Ordnung. Weil, verstehen tut es eh keiner.....
Ich sende dir viele liebe Grüße und wünsch dir viel Kraft für die kommende Zeit!
Nicole
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kittyschatz
Beitrag 7.09.2009, 17:32
Beitrag #4


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Hallo Nicole,
vielen Dank für Deine lieben Worte und herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, auch wenn du ihn nicht feiern magst. Und Du hast recht, viele verstehen es einfach nicht...Auch wenn meine Kolleginnen ganz lieb zu mir waren, fragte doch sofort eine: "Willst ´ne Neue? Meine Nachbarin hat wieder Kätzchen." Nein, ich will keine "Neue". Ich will Kitty wiederhaben, aber das geht nun mal nicht...Den Arbeitstag habe ich ganz gut überstanden, aber ich musste viele Routineaufgaben erledigen und dabei kann man ja wieder denken...Und kurz vor Feierabend musste ich dann heulen (außer mir war keiner mehr da), weil ich wusste, wenn ich jetzt nach Hause fahre ist Kitty nicht da.
Dabei sehe ich sie in Gedanken überall, auf der Treppe auf der sie sonst immer saß, im Wohnzimmer auf dem Sofa, auf dem Balkon, den sie mit Beschlag belegte, sobald ich die Tür öffnete. Die Sonne scheint, sie hat immer so gern von diesem Hochsitz in den Garten geschaut. Und ich habe mich dann neben sie gesetzt und sie gestreichelt und sie hat sich vor Wonne herumgewälzt...
Ich habe ein Schmusedefizit! Rosa ist einfach nicht so anschmiegsam, aber das kann ich ihr ja kaum vorwerfen...wenn alle Katzen gleich wären hätte ich jetzt nicht diesen Schmerz in der Brust.

Kitty war meine erste Katze. Ich habe sie vor sieben Jahren mit ihrer Schwester Tipsy aus dem Tierheim geholt, zwei traurige Überbleibsel eines Umzugs. Tipsy ist ein Jahr später spurlos verschwunden, ich habe nie herausgefunden was mit ihr passiert ist. Aber Kitty ist geblieben, hat sich von einer verschreckten Mülleimerkatze in eine selbstbewusste Königin verwandelt, die unangefochten über ihr Reich regierte. Sie war eine KATZE! Egoistisch und arrogant, missmutig und fordernd. Und so zärtlich und liebevoll, mitfühlend und sanft. Sich so ihrer selbst bewusst, so schlau und berechnend. Nie hätte ich gedacht, daß ihr ein solches Ende widerfährt.
Sie fehlt mir so...
Judith


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Rosemarie
Beitrag 7.09.2009, 19:17
Beitrag #5


Alter Hase
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Hallo Kittyschatz!
Es tut mir sehr leid, daß du deine Kitty durch einen Unfall verloren hast.Ich habe auch schon mal eine Katze, die ich sehr geliebt habe, durch einen Unfall verloren. Es ist schrecklich, wenn man so eine Katze verliert,
Ich wünsche dir viel Kraft, und daß dir Rosa hilft, den Schmerz zu bewältigen. Alles Gute!


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kittyschatz
Beitrag 8.09.2009, 19:23
Beitrag #6


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Hallo,
danke rosemarie!
Heute geht es mir etwas besser. Der Tag fing allerdings nicht besonders gut an, ich wachte auf und für einen Moment, einen winzigen Moment schwebte ich glücklich und zufrieden zwischen Wachen und Schlaf. Und dann kam der Schmerz zurückgekrochen und ich dachte, nicht noch so ein Tag, ich ertrage das nicht mehr... Aber natürlich musste ich aufstehen und zur Arbeit fahren und dort funktionieren, Dinge erledigen, die mir sonst schon nicht viel bedeuten und mir jetzt völlig egal sind, lächeln, mit Kunden und Kollegen sprechen... Und ständig dieses Würgen im Hals spüren, weil ich nicht weinen darf...Aber Urlaub nehmen will ich auch nicht, dann hätte ich ja gar keine Ablenkung.
Zuhause wurde es dann besser, ich habe mit meiner Mutter über Kitty gesprochen, sie vermisst sie ebenso wie ich. Dann haben wir Fotos von ihr gesucht, sie hatte leider eine Abneigung gegen jegliche Fotoapparate und die Tendenz im entscheidenden Moment einfach abzuhauen. Trotzdem haben wir ein paar schöne gefunden. Ich würde gerne eins hier hochladen, aber irgendwie klappt es nicht...muss mich nochmal damit beschäftigen.
Danach habe ich angefangen, Kitty einen Brief zu schreiben (ganz für mich mich), weil ich Angst bekam, dass mit dem Nachlassen des Schmerzes auch die Erinnerungen anfangen zu verblassen...Deshalb schreibe ich alles auf, was ich an ihr geliebt habe, was mich zum lachen brachte, wie sie aussah, was ihre Persönlichkeit ausmachte, auch was mich zuweilen wütend machte, wie z. B. das Martern einer Maus. Ich versuche in Worte zu fassen, was sich eigentlich gar nicht erfassen lässt...
Im Moment geht es. Aber irgendwie habe ich die Befürchtung, das ich sozusagen im Auge des Hurrikans sitzte. Es geht mir nicht gut, aber etwas besser, doch der Sturm ist erst zur Hälfte an mir vorbei...
Meine Kittymaus, Du fehlst, fehlst, fehlst mir...


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kittyschatz
Beitrag 8.09.2009, 19:38
Beitrag #7


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Diaschau
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Hab´s geschafft mit dem Foto. Rechts ist Kitty, links Rosa. Sie waren sich nie grün...


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Rosemarie
Beitrag 8.09.2009, 20:02
Beitrag #8


Alter Hase
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Schöne Fotos!
Ich weiß, daß es sehr schwer ist, eine Katze durch einen Unfall zu verlieren, aber du hast noch deine Rosa. Ich hoffe, daß sie dir hilft, den Schmerz zu überwinden.
Mir hat damals eine neue Katze sehr geholfen, auch wenn ich den Fehler gemacht habe, den Nachfolger mit dem Vorgänger zu vergleichen.


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Gertraud
Beitrag 8.09.2009, 23:24
Beitrag #9


Weise Eule
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Liebe Judith,

alles, was Du jetzt so schreibst, das erinnert mich sehr an meinen eigenen Verlust.

Im Nov. 2005, da habe ich meine über alles geliebte Mausi verloren.

Nein, es war kein Unfall, ich selbst habe sie zum TA getragen auf meinem Arm, um sie einschläfern zu lassen.

Wir waren 12 Jahre zusammen. Sie war mein ein und alles.

Ich habe monatelang nur geweint, dachte vorher nie, daß ich soviele Tränen haben könnte, die Welt ist für mich zusammengebrochen.

Ich habe hier lange, lange Zeit im Trauerforum geschrieben. Briefe an meine Mausi.

Und auch wenn nach 7 Monaten wieder eine kleine Katze (wie Mausi dreifarbig) vor meinem Haus saß und ich sie aufgenommen habe, nein, meine Prinzessin konnte sie nicht ersetzen.

Erst jetzt so langsam, nach fast 4 Jahren, hat sich der Schmerz geändert. Aber ich denke immer noch jeden Tag an sie.

Ich kann Dich sehr gut verstehen. Auch wenn viele in der Umgebung es nicht können.

Gib Deiner Trauer Raum, lasse Deine Tränen zu. Unsere geliebten Tiere haben es verdient, daß man um sie weint.

Ich sende Dir mitfühlende Grüße

Gertraud, Mama von Mausi, immer in meinem Herzen
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kittyschatz
Beitrag 9.09.2009, 20:04
Beitrag #10


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Hallo Rosemarie, hallo Gertraud,
danke für Eure mitfühlenden Worte. Auch wenn ich Menschen um mich herum habe, besonders meine Mutter und meine Schwester, die mit mir trauern, scheinen die meisten anderen mich inzwischen für übertrieben rührselig zu halten, und es hilft sehr zu lesen, dass es Euch auch so ergangen ist wie mir.
Nachdem es gestern Abend schon besser war, ist heute alles wieder über mir zusammengebrochen. Ich habe angefangen zu heulen, als ich nach dem Frühstück meine Müslischale gespült habe. Sonst hat Kitty sie immer ausgeschleckt und ich habe sie dann gleich abgewaschen, statt sie einfach in die Spüle zu stellen, denn auch wenn Kitty natürlich geimpft und entwurmt war, wusste ich ja, was sie sonst manchmal so isst...Danach wurde der Tag nicht viel besser. Auch wenn das Nachhausekommen erträglicher war, musste ich schon wieder weinen, als ich ein Paket auspackte, das ich bekommen habe. Zum einen habe ich die Sachen bestellt, als Kitty noch gesund und munter war, zum anderen hat sie immer so gerne Pakete ausgepackt...sie liebte Kartons in jeder Form. Die Zeit trägt mich immer weiter von ihr fort. Schon unterscheide ich in "vor Kittys Tod" und "nach Kittys Tod". Wobei ihr Tod an sich nach wie vor völlig irreal erscheint. Sie ist doch doch da, ich sehe sie überall, höre ihre Stimme, höre die Geräusche die sie verursachte...
Ich will, dass dieser Schmerz aufhört. Dass alles nur ein böser Traum war, dass sie durch die Katzenklappe gepoltert kommt und schreit, "hey, wo ist mein Essen?! Und wo warst du überhaupt den ganzen Tag, das Personal heutzutage...aber gut, lass uns schmusen!".
Ich fühle mich betrogen um die Hälfe ihres Lebens, sie war doch erst neun Jahre alt...
Und ständig denke ich darüber nach, ob ich es hätte verhindern können. Es war kalt und regnerisch an dem Tag. Wenn ich nun in den Garten gegangen wäre, trotz des Regens? Wenn ich die Fenster offengelassen hätte, trotz der Kälte? Hätte ich etwas gesehen, etwas gehört, hätte ich sie retten können?
Mein Verstand sagt mir, dass das dumme Gedanken sind, dass ich mir keine Vorwürfe machen kann. Dass sie ein schönes Leben hatte, dass sie glücklich war, dass sie an diesem letzten Tag noch alles getan hat, was ihr Freude bereitete. Sie hat noch eine Maus gefangen und einen Vogel zerfleddert. Hat Leckerli bekommen und ihr Abendessen. Hat sich erfolgreich einen Platz auf dem Sofa erschlichen, hat mit mir geschmust und geschnurrt.
Trotzdem sind die Selbstvorwürfe da und werden auch nicht verschwinden, egal was der rationale Verstand dazu sagt.
Kitty, ich habe immer gewusst, dass ich Dich liebhabe, aber ich wusste nicht, dass Dein Tod so ein Loch in mein Leben reissen würde, dass ich mir so leer vorkommen würde ohne Dich. Kitty, meine Kitty, Du fehlst mir so...
Judith


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Pepelina
Beitrag 9.09.2009, 20:58
Beitrag #11


Weise Eule
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ach judith ich kann dich so gut verstehen. ich habe vor 8 jahren auch mein über alles geliebtes tier verloren ( keine katze, es war ein pferd).
ich mußte erst am montag schmerzlich erfahren das ich nicht mal ansatzweise drüber weg bin. klar, das leben geht weiter, die erinnerungen werden "schwächer". aber es gibt momente da ist sie dann wieder "real" und die tränen laufen.
im herzen sterben die lieben NIE
ich wünsche dir vom ganzen herzen , dass es dir schnell besser geht.


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Es Grüßt euch Pepelina
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Spaniellady
Beitrag 9.09.2009, 22:24
Beitrag #12


Junger Huepfer
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Traurige Grüße
Kathrin
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kittyschatz
Beitrag 10.09.2009, 19:04
Beitrag #13


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Hallo Pepelina, hallo Kathrin,
danke für Euer Mitgefühl. Ich denke, es wird schon besser. Das heulende Elend überkommt mich überwiegende Morgends und Abends, wenn die vielen kleinen Rituale die wir so hatten, einfach nicht stattfinden. Trotzdem schießen mir auch immer wieder einfach so die Tränen in die Augen. Meine Gefühle springen hin und her. Manchmal denke ich schon mit sowas wie einer zärtlichen Wehmut an Kitty, manchmal tut es noch ganz fürchterlich weh.
Wenn man jemanden verliert, den man geliebt hat, sei es nun Mensch oder Tier, verliert man ja auch gleichzeitig das, was ich den "Glauben an die eigene Unverletzlichkeit" nenne. Den Glauben, dass die schlimmen Dinge ja nur den "anderen Leuten" zustossen. Der Glaube, der es einem ermöglicht, das Haus zu verlassen, sich in den Straßenverkehr zu wagen, in ein Flugzeug zu steigen, Beziehungen einzugehen. Man hört ja ständig von Unglücksfällen, Katastrophen verschieden Ausmasses, Verletzungen, Krankheiten und Tod. Alles, was man so in den Nachrichten hört. Man hört und sieht sich das an und empfindet ein gewisses Mitgefühl, aber es betrifft einen ja nicht wirklich. Das alles passiert nur den "anderen Leuten". Und plötzlich >WAMM< ist man selbst einer von diesen Leuten. Man muss nicht nur mit dem Verlust des geliebten Wesens fertigwerden, sondern auch mit dem Verlust des eigenen Schutzschildes. Es dauert eine Weile, bis er sich wieder aufbaut und vielleicht ist er schwächer als zuvor. Manchmal aber auch stärker.
War ich jetzt zu philosophisch? Das sind meine Gedanken dazu, aber im Moment denke ich ein bißchen zuviel...
Judith


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Spaniellady
Beitrag 10.09.2009, 20:00
Beitrag #14


Junger Huepfer
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Liebe Judith, Nein du warst nicht zu philosophisch, es ist ist ganz normal in so einer Trauerphase, und Du hast hier wundervoll Deine Gedanken und Worte dazu geschrieben.

Lass dich mal ganz lieb knuddeln
LG Kathrin
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kittyschatz
Beitrag 12.09.2009, 19:10
Beitrag #15


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Fühl mich geknuddelt - danke, Kathrin!
So langsam setzt so etwas wie Aktzeptanz ein. Ich spüre eine müde Traurigkeit.
Gestern war ich mit Rosa beim Tierarzt zum Impfen. Danach habe ich mit ihm über Kitty gesprochen (er ist ein netter Kerl), und er meinte, dass sie vermutlich sofort tot gewesen ist. Dafür spricht, dass man keine äußeren Verletzungen gesehen hat, und dass sie noch da auf der Strasse gelegen hat. Er sagte, solange auch nur noch ein Funken Leben in einer Katze ist, verkriecht sie sich irgendwo. Das Gespräch hat mich ein bißchen getröstet.
Und ich denke, ich werde mir auf jeden Fall eine weitere Katze aus dem Tierheim holen. Dabei "geholfen" hat ein Beitrag im Fernsehen, in dem über einen Wurf Kätzchen berichtet wurde, die einfach in einer Plastiktüte ausgesetzt wurden. Den Kleinen geht es jetzt gut, sie sind auf einer Pflegestelle und eine Pudelhündin hat sie adoptiert, aber das Ganze hat mich so wütend gemacht... Ich meine, hier sitzte ich und heule mir die Augen aus wegen meiner Katze, und jemand anders wirft einen ganzen Wurf einfach weg...! Solange ich die Möglichkeit dazu habe, will ich solchen armen Tieren ein neues Zuhause geben, auch auf die Gefahr hin, dass ich irgendwann auch um sie weine.
Ich werde es nicht sofort tun, auch weil ich Rosa die Möglichkeit geben will, sich ein wenig auszuleben, sie ist von Kitty anscheinend mehr untergebuttert worden als ich dachte... Aber irgendwann wird hier eine neue Katze einziehen. Natürlich kann sie Kitty nicht ersetzten, das wird keine Katze jemals können. Sie wird ihre ganz eigene Geschichte schreiben, so wie Kitty und ihre verschwundene Schwester Typsi es getan haben und Rosa es noch tut.
Judith


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